Lust auf Lehm?

Sand und Lehm schippen, schwere Eimer tragen und volle Schubkarren schieben, Putzmörtel an die Wand werfen, abziehen und mit großen Brettern reiben, die nächste Schicht aufziehen und glätten
Die Arbeit mit Lehm kann hart sein. Dennoch: das Ergebnis ist eine weiche, vielleicht samtig anmutende Fläche mit natürlicher Farbigkeit.
Lehm ist ein faszinierender Baustoff: uralt, mit den Händen zu bearbeiten, formbar wie Töpferware - heute hochmodern, verarbeitbar mit üblicher Bautechnologie. Vielseitig anwendbar. Robust und langlebig, solange die Bauteile trocken bleiben. Umweltfreundlich und wohngesund. Und, und, und…
Die Arbeit auf der Baustelle findet meistens im Team statt. Auch das ist spannend zu erleben. Wie aus diesem einfachen Material aus der Erde mit einigen Kolleg/innen Häuser neu gebaut, restauriert oder verschönert werden können.


„Ein einzelner kann kein Haus bauen, aber zehn Menschen können leicht zehn Häuser bauen, ja sogar 100 Häuser.“ (Hassan Fathy)
 
Es gibt viele Gründe, diesen Baustoff und seine Anwendung näher kennen zu lernen. Häufig ist der Wunsch der beruflichen Orientierung damit verbunden. Das kann in verschiedenen Lebensphasen stattfinden.




Als ersten Schritt, um Lehmbau kennen zu lernen, bietet sich ein Praktikum auf einer Lehmbaustelle an. Hier kann man / frau sich eine Vorstellung davon verschaffen, wie sich der Lehm im wahrsten Sinne des Wortes 'anfühlt' und wie der Berufsalltag aussieht.

Mit Neugier, offenen Augen auf die Arbeit erfahrener Handwerker/innen und einiger Ausdauer beim Üben von Techniken könnt Ihr viel von Lehmfachleuten lernen.

Wir möchten Euch dabei unterstützen, einen geeigneten Praktikumsplatz auf einer Lehmbaustelle zu finden. Wir sind bemüht, Euch auf der Baustelle und in einem zeitnah angebotenem Seminar Grundlagenkenntnisse zu Eurer Arbeit zu vermitteln.


LEHM KENNT KEINE GRENZEN
Lehm ist einer der ältesten, weltweit verbreiteten Baustoffe. Dennoch wurde er in vielen Ländern von modernen Baustoffen verdrängt.
Viele Immigranten und Immigrantinnen kennen diesen Baustoff aus ihrem Herkunftsland. Ein gegenseitiger Erfahrungsaustausch ist möglich: sei es, dass ältere Handwerker noch über handwerkliche Erfahrungen im Lehmbau verfügen und hier einsetzen können, sei es, dass jüngere Menschen sich Fertigkeiten und Kenntnisse hier aneignen und in ihrem Land sinnvoll anwenden können, z.B. bei der Restaurierung traditioneller Häuser.
 
Funda Erdogans Großeltern leben in einem 13köpfigen türkischen
Dorf. Die uralten Häuser sind noch immer stabil. Sie sind aus Lehm,
Stein und Holz gebaut. Bei ihren Besuchen dort hat sie erfahren, dass
Lehm Temperaturen ausgleicht. So ist es drinnen kühl, wenn’s draußen warm ist. Eine tolle Eigenschaft dieses Baumaterials. Das
Häuschen bräuchte mal bauliche Unterstützung. Vielleicht wird sie
das irgendwann leisten können [ aus: Broschüre ‚Wege zum Lehm’]

FRAUEN BAUEN
 
Lehmbau in einem multikulturellem Garten Lange Zeit galt Bauarbeit als zu schwer für Frauen. Doch seit über 20 Jahren zeigen Frauen immer wieder, dass sie auch in diesem Bereich mithalten können. Besonders der Lehmbau spricht viele Frauen an und es gibt inzwischen etliche Frauen, die den Weg in die Selbständigkeit unternommen haben. Das erlaubt ihnen, die Arbeit ihren eigenen Kräften entsprechend zu organisieren.
Der in Berlin-Weissensee ansässige Verein BAUFACHFRAU  fördert und qualifiziert Frauen in handwerklichen Berufen. Seit 1996 wurden u.a. zahlreiche Lehmbauprojekte durchgeführt; an einigen haben auch Praktikantinnen mitgewirkt.

www.baufachfrau-berlin.de
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